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Rot · Nicht als Beleg nennbar Pharma / Agrar · DE seit 2024 ~90.000 Beschäftigte, ~2.000 Teams

Bayer (Dynamic Shared Ownership)

Das größte Konzern-Experiment mit Beta ist bisher eine Sparstory

Bayers Dynamic Shared Ownership ist der größte Versuch, Team-of-Teams-Prinzipien in einem börsennotierten Konzern anzuwenden: rund 2.000 Teams von sechs bis zehn, 90-Tage-Zyklen, die Hälfte der Managementebenen weg. Es wird überall als Beleg zitiert, dass Beta im Mainstream angekommen ist. Nach der verfügbaren Evidenz ist es ein Stellenabbauprogramm mit Beta-Vokabular.

Zuletzt geprüft: 16. September 2026

Warum dieser Stand

Zwölftausend Stellen abgebaut, die Hälfte des Managements entfernt, 2 Mrd. € Sparziel, und bisher kein veröffentlichter Beleg für bessere Ergebnisse, schnellere Entscheidungen oder höheres Engagement. Als laufendes Experiment nennen, nie als Ergebnis.

Was ihn zum Beta-Fall macht

  • Dynamic Shared Ownership (ab 2024, CEO Bill Anderson, entworfen mit McKinsey): rund 2.000 Teams von sechs bis zehn Personen, organisiert um Produkte und Kunden statt um Funktionen.
  • 90-Tage-Zyklen ersetzen die Jahresplanung; Teams setzen ihre Prioritäten im Rahmen einer Mission selbst.
  • Managementebenen um etwa die Hälfte gekürzt, zwei Drittel der Führungspositionen entfernt; Ziel sind 2 Mrd. € Einsparung bis Ende 2026.
  • Harvard Business School hat eine Fallstudie; Corporate Rebels nutzen Bayer als Flaggschiff für „Crossing the Chasm“.

Was belegt ist

  • Umfang: rund 12.000 Stellen kumuliert bis 2026 abgebaut, Management um etwa 50 % reduziert.
  • Q2 2026: Umsatz 10,9 Mrd. € (+2,2 %), EBITDA gestiegen, Ausblick bestätigt; Free Cashflow negativ.
  • Der Aktienkurs erholte sich im Juni 2026, wegen des Glyphosat-Urteils des US Supreme Court, nicht wegen der Organisation.

Wo es Risse gibt

  • Es gibt keine veröffentlichte Ergebnis-Evidenz: kein Maß für Entscheidungsgeschwindigkeit, kein Engagement-Trend, kein Innovationsindikator, der sich DSO statt den Kürzungen zuordnen ließe.
  • Forbes (Januar 2025) und andere beschreiben das erste Jahr als Chaos in der Mitte, mit ehemaligen Managern, die ihre Rolle nicht kennen. Das „Zombie-Struktur“-Muster aus der Forschung zu selbstorganisierten Organisationen.
  • Das Programm wurde top-down mit einer Beratung entworfen und mit Sparziel ausgerollt. Das ist das Gegenteil der Beta-Transformationsliteratur (Einladung, ganzes System, kein Scheibchen).
  • OrgTopologies liest DSO als „kleine Hierarchien“, die um Missionen neu geordnet wurden, nicht als Selbstorganisation.

Urteil

Bayer ist der Fall, nach dem gefragt wird, weil man davon gelesen hat. Die Antwort: Es ist noch kein Fall. Manager zu entfernen ist nicht Beta; was an ihre Stelle tritt, ist es. Bis Bayer etwas veröffentlicht, das zeigt, dass die Teams besser arbeiten und nicht nur billiger, ist DSO ein Abbau mit vielversprechendem Vokabular. Beobachten, nicht zitieren.

Für den Vortrag

Bayer hat die Hälfte seiner Manager entfernt und nennt es geteilte Verantwortung. Bisher hat niemand gezeigt, dass außer den Kosten irgendetwas gesunken ist.